„hospiz macht schule“

Rechts: Angehende ErzieherInnen der Oberstufenklasse aus der Fachschule für Sozialpädagogik Rechts: Angehende ErzieherInnen der Oberstufenklasse aus der Fachschule für Sozialpädagogik

Unter diesem Titel fand am 27.November 2018 erstmalig am bkh in Kooperation mit dem Ambulanten Hospiz Hattingen ein Projekttag zum Thema „Sterben, Tod und Trauer“ statt.

Der Kontakt zwischen dem Ambulanten Hospizdienst Hattingen und dem bkh besteht bereits seit mehreren Jahren. So wird an jedem letzten Montag im Monat von unseren Ansprechpartnern Frau Kaniut, Herr Lutzke und Frau Naß eine Sprechstunde im bkh angeboten, die allen Schülerinnen und Schülern offensteht.

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Um die Auseinandersetzung mit den lebenswichtigen und leider zu oft tabuisierten Themen „Sterben, Tod und Trauer“ intensiver in die Schulen tragen zu können, nahmen die Mitarbeiter vom Ambulanten Hospizdienst Hattingen an einer Multiplikatorenschulung der Uniklinik Köln (Zentrum für Palliativmedizin) teil. So wurde es auf dieser fundierten Grundlage möglich, Projekteinheiten zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer für Schülerinnen und Schüler anbieten zu können. Nachdem bereits mehrere Projektwochen mit Grundschulkindern im Raum Hattingen erfolgreich stattgefunden hatten, wurde die Idee geboren, auch jungen Erwachsenen eine Begegnung und Auseinandersetzung zu ermöglichen. Im Blick auf die Inhalte und Methoden mussten natürlich ein paar Änderungen erfolgen und auch der zeitliche Umfang musste angesichts knapper Zeitressourcen in den beruflichen Ausbildungen reduziert werden, so dass letztendlich ein komprimierter Projekttag ausgearbeitet werden konnte.

Unter der Leitung von Frau Andrea Naß und Herrn Werner Lutzke stellten sich die Studierenden der Fachschule für Sozialpädagogik (FSP-O1) der Auseinandersetzung mit Fakten und Fragen, Emotionen und Erwartungen rund um den Tod und die Trauer. Anfängliche Befürchtungen lösten sich schnell in Luft auf, denn den hervorragend geschulten Leitern gelang es mit Wärme, Humor und absoluter Authentizität, die Studierenden in die Thematik hineinzuführen und eine intensive Beschäftigung und Einlassung zu ermöglichen. Eine Fülle von praktischen Übungen, die eine individuelle Hinwendung erforderten, sorgte dafür, dass die mehr theoretischen (wiewohl auch spannenden) Informationen zur Biologie des Todes und zum Verlauf der Trauer nicht überhand nahmen. Die Suche nach den eigenen Kraftquellen und die kreative Beschäftigung mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen, das Bewusstmachen der eigenen Grenzen und der eigenen Trauergefühle, die behutsame Annäherung an die Gefühle anderer Menschen und die Sensibilisierung für die Bedürfnisse von Trauernden ließen den gesamten Tag zu einem guten und nachhaltigen Erlebnis für alle werden.

Das Resümee der Studierenden fiel daher dementsprechend sehr positiv aus, wie folgende Zitate zeigen:

„Ich fand’s gut. Ich hatte anderes erwartet und war positiv überrascht.“

„Es herrschte eine lockere und entspannte Atmosphäre.“

„Ich habe viel Neues mit auf den Weg bekommen.“

„Es war interessant gemacht. Deshalb war es auch gut für Menschen, die sich bisher noch sehr wenig mit der Thematik beschäftigt haben.“

„Es war eine positive Erfahrung; nicht deprimierend, sondern richtig gut.“

„Ich habe neue, gute Strategien zur Trauerbewältigung kennen gelernt.“

„Es war nah an unserer Lebenswelt.“

„Die Leiter hatten die nötige Empathie. Sie hatten profunde Erfahrungen, waren sehr persönlich und einfühlsam.“

„Es war schön zu erleben, dass man mit seinen Erfahrungen nicht alleine ist.“

„Ich habe auch auf „medizinischer“ Ebene einiges übers Sterben gelernt.“

„Die Thematik war für mich gut nachvollziehbar.“

„Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt.“

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V.r.n.l.: Frau Naß und Herr Lutzke vom Ambulanten Hospiz Hattingen, Ulrike Körner-Schoop, Lehrerin für Religion und Deutsch am bkh

Unser gemeinsamer Dank gilt Frau Naß und Herrn Lutzke vom Ambulanten Hospiz Hattingen, die uns mit Herz und Verstand durch einen beeindruckenden Projekttag begleitet haben. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft weitere Klassen des bkh diese gute Erfahrung erleben können.

Text: Ulrike Körner-Schoop | Fotos: Oliver Gerdesmeyer

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