Technikerklassen bauen ein japanisches Erzähltheater für angehende ErzieherInnen

Auf dem Wunschzettel der Unterstufenklasse 2 aus der Fachschule für Sozialpädagogik stand ein fremdartig klingendes Wort: „Kamishibai“. Das nämlich ließe sich gut für den Unterricht verwenden und es eröffne vielfältige kreative Möglichkeiten bei der Arbeit mit Kindern, so fanden die angehenden ErzieherInnen. Kurz vor Weihnachten ging ihr Wunsch dank des Einsatzes zweier Klassen aus dem technischen Fachbereich in Erfüllung.

Unter Anleitung von Werkstattlehrer Oliver Fischer (2.v.l.) konstruierten und fertigten die AVB4 (Ausbildungsvorbereitungsklasse) sowie die BFT2 (Berufsfachschule für Technik) gleich drei Modelle eines japanisches Erzähltheaters mit integriertem Tragegriff, die den Ansprüchen der MitschülerInnen aus der Erzieherklasse mehr als gerecht werden. Von vorne sieht ein solches Kamishibai aus wie der obere Teil eines Kasperltheaters, das man auf den Tisch stellt. Rechts und links hat es zwei Flügel, die dem Teil Standfestigkeit geben. Nach dem Benutzen werden diese nach vorn geklappt und mit einem Riegel verschlossen, damit der Rahmen vor Beschädigungen geschützt ist. Von hinten lassen sich Bilder durch eine Führungsschiene in das Sichtfeld schieben. Die Zuschauer sitzen dann also quasi wie vor einem Fernsehbildschirm, nur dass die Bilder, die gezeigt werden, jeweils von Hand eingelegt werden müssen.

erz2 1024Links: Ansicht mit Führungsschiene von hinten. Rechts: Vorderansicht.

„Ein solches Erzähltheater bietet sich für den Einsatz in der Kita geradezu an“, erläutert Hanna Funke, Fachlehrerin für Sozialpädagogik und Religion, „und zwar beim Vorlesen. Zu Texten für Kinder gehören ja auch immer Bilder. Wenn die ErzieherInnen in der Kita aus einem Buch vortragen, hängen oft zwanzig oder mehr Kinder wie eine Traube um sie herum, weil sie einen Blick auf das Bild werfen wollen. Denn das ist natürlich besonders interessant. Aber nicht allen gelingt das. Dann entstehen Unruhe und Gerangel und die Konzentration auf den Text geht verloren. Mit einem Kamishibai ist das anders. Sobald die zum Text passenden Bilder in das Sichtfeld eingelegt werden, können alle Kinder die Bilder zur gleichen Zeit sehen und sich ganz anders auf den vorgetragenen Text einlassen. Und wenn es sich dabei dann noch um selbst gemalte Bilder handelt, macht das Ganze doppelt Spaß“.

erz3 1024

Dank der Schüler aus der Technik ging der Traum der ErzieherInnen in Erfüllung. Joshua Selzer (2.v.r.) erklärte bei der Übergabe der Präsente, wie sie vorgegangen waren. „Zuerst haben wir die Pläne gezeichnet. Dann ging es ans Aussägen und Fräsen. Einige Metallteile, die wir zur Stabilisierung benötigten, haben wir selbst gedreht. Zum Schluss ging´s ans Schleifen und Polieren und jetzt sind die drei Teile einsatzbereit“.

Die FSPU-2 hatte die Techniker zu einer kleinen Vorführung eingeladen. In ihrem vorweihnachtlich geschmückten Klassenraum hatten sie Teller mit Mandarinen und Plätzchen für die Gäste aufgestellt um diese gebührend bewirten zu können. Und so konnten die Konstrukteure dann auch gleich die „Taufe“ ihres Werkes erleben. Vier Studierende der FSPU-2 trugen Geschichten zum Thema Weihnachtszeit vor und bestückten zwischendurch das Kamishibai mit verschiedenen Bildern.

erz4 1024 V.l.n.r.: Nadine Laermanns, Monique Dell´ Angelo Custode, Sarah Degenhardt und Loris Ackermann beim Vortrag ihrer Weihnachtsgeschichten mit dem neuen Kamishibai

Am Ende gab es Applaus für die Konstrukteure und natürlich auch ein Dankeschön an Werkstattlehrer Oliver Fischer für seine mit der Organisation der Aktion verbunden Tätigkeiten.

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